Die neunte Netzwerktagung in Leutershausen 2024

Mit einer "Oasenzeit", einem am Ort erprobten Andachtskonzept, begann die Tagung für Bibelgärtnerinnen und Bibelgärtner am Freitagabend des 14. Juni 2024. Wo? Natürlich im Bibelgarten! Das Team um Andrea Müller-Bischoff hatte als Thema "Die Sieben Arten" ausgesucht. In ihrer >>Einführung erläuterte sie, was es damit auf sich hat: In 5. Mose 8.7 ist von Weizen und Gerste, Weinstock, Feigenbaum und Granatapfel, Ölbaum und Honig die Rede. Sie sind Kennzeichen des guten Landes, das dem aus der Sklaverei in Ägypten befreiten Volk Israel zur Nutzung gegeben wird. Alle Pflanzen sind im Bibelgarten Leutershausen zu sehen. Er gliedert sich in die Themenbereiche "Glaube", "Hoffnung" und "Liebe". Schon 2008 eröffnet, haben sich seine Pflanzen inzwischen prächtig entwickelt und sind teilweise in den Himmel gewachsen. Den Abend verbrachten die Teilnehmenden unter Pavillons mit Lampions (siehe Fotos). Natürlich durfte an der Bergstraße, einer traditionellen Wein-Region, ein guter Tropfen nicht fehlen. Weinbauer Johannes Teutsch stellte die Produkte des Familienbetriebs in der Nachbarschaft während der Tagung auch vor.

Am Samstagmorgen ging es los zum Schlosspark Weinheim, wo auf vier Terassen ein Heilpflanzengarten mit 200 Arten zu besiichtigen war. Barbara Bechthold erläuterte überaus sachkundig die Verwendung vieler Pflanzen in der traditionellen abendländischen Medizin, wie sie z.B. im anthroposophischen Bereich für Produkte genutzt wird. Anschließend ging es zum Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof, einer Parkanlage mit vielfältigen Pflanzengemeinschaften, die durch die Unternehmensfamilie Freudenberg geprägt wurde und heute in Trägerschaft eines Vereins ist. Der Garten beherbergt die größte und älteste Myrten-Pflanze in Deutschland (sie hat ein eigenes Gewächshaus).

Der Nachmittag stand im Zeichen von Vorträgen und Diskussion in der Ev. Kirche in Leutershausen. Dr. Katrin Stückrath ging der >>Entstehung des Begriffs "Die Sieben Arten" nach, der in der Bibel keine Erwähnung findet, aber in der rabbinischen Literatur im Zusammenhang mit der Darbringung der Erstlingsfrüchte und dem Tischgebet schon ein fester Terminus ist. Seit der Entstehung des Staates Israel wird der Begriff eher patriotisch verwendet oder taucht im Zusammenhang mit Produkten wie Spielzeug und Dekoration in folkloristischer oder religiöser Weise auf.

Der Agrar-Ingenieur Dirk Leistikow, auch Mitglied des Teams in Leutershausen, erläuterte in seinem Vortrag "Gärten in Zeichen des Klimawandels", welche Arten für Bibelgärten und andere Gärten jetzt und in Zukunft besonders geeignet sein können. Zur Artenliste geht es >>hier.

Über die Schwierigkeit, von Gärten Bilder zu machen, reflektierte anschließend ein anderes Teammitglied, der Kommunikationsdesigner Joe Tremmel. Von ihm stammen die schönen Tagungsfotos, die hier auch dokumentiert sind. Er ist außerdem der Anreger für niedrigschwelliges Engagement im Bibelgarten: z.B. familienfreundlich unter Einbeziehung der ganzen Familie und punktuell monatlich oder zweimonatlich als Aktionstag.

Anschließend vergnügten sich die einen singend in der Kirche oder lachend auf der Wiese beim Lach-Yoga. Im >>Protokoll vom Netzwerk-Treffen tauschten die Teilnehmenden gute Erfahrungen und erfolgreiche Ideen und Strategien für Bibelgärten aus. Bei Musik und leckerstem arabischen Essen, das dem der Bibel sehr nahe kommt, klang der Abend märchenhaft schön im Bibelgarten aus.

Am Sonntag predigte Pfarrerin Dr. Tanja Schmidt in einem ökumenischen Gottesdienst über das Reich Gottes als Senfkorn. Dass aus Winzigem Großes wachsen kann, sind Gärtnerinnen und Gärtner gewohnt und dennoch ist es immer wieder ein Grund zum Staunen. Dass Jesus die Kraft des Reiches Gottes mit einem Samenkorn vergleicht, kann Hoffnung für alle Bereiche des Lebens geben. Hier die >>Predigt zum Nachlesen.

Das ganze Programm der Tagung kann >>hier nachgeschaut werden. Und es gibt einen schönen >>Artikel aus der Rhein-Neckar-Zeitung.

 

Tagungsgruppe in Leutershausen